Zeitungsartikel

Südkurier vom 23.12.2018

Viel Beifall, Lob und Jubel beim Weihnachtskonzert der Stadtmusik Stockach

Die Stadtmusik Stockach begeistert die rund 500 Konzertbesucher beim Weihnachtskonzert in der Jahnhalle. Flötensolistin Miriam Zampella zeigt ihr Können.

Enthusiastischen Beifall, gewürzt mit viel Lob und großem Jubel, erntete die Stockacher Stadtmusik am Samstagabend mit ihrem fulminanten Weihnachtskonzert in der festlich geschmückten Jahnhalle. Aus seinem Fundus von über 1300 Partituren hatte Musikdirektor Helmut Hubov mit seiner wie immer bestens disponierten Stadtmusik musikalische Kostbarkeiten einstudiert. Sehr zur Freude der inspirierten Konzertbesucher, die über ein vielseitiges Konzertprogramm mit einer Spannweite vom barocken Bach-Choral bis hin zum modernen "Shades of Syrinx" auf das anstehende Weihnachtsfest eingestimmt wurden.

 

"Shades of Syrinx" bedeutet in der Übersetzung unterschiedliche Klangnuancen der Syrinx. Eine Syrinx ist eine Art Panflöte des griechischen Altertums. Eine Idee hinter dieser Komposition von Herbert Marinkovits ist, die unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Flöten in den Vordergrund zu stellen. Mit Miriam Zampella als enthusiastisch umjubelter Solistin war ein kostbaren Schatz gehoben: abwechselnd mit Querflöte, Alt-Querflöte und Piccolo-Flöte erzeugte sie in ihrer faszinierend schönen und spannenden Interpretation mit Effekten wie Flatterzunge, Flageolett, Beatbox und perkussiven Elementen einen ganzen Kosmos an Ausdruck und Klangvielfalt.

 

Wie im Märchen von "Sterntaler" schienen hier die Töne in Gold und Silber vom Himmel zu rieseln. Dabei bewies die junge Virtuosin in ihrer Darstellung sowohl ein gutes Ohr für sich selbst wie für das in farbiger Brillanz mitgestaltende Orchester. "Ich habe das Stück schon sehr oft auf Konzerten spielen dürfen. Von daher ist es mir schon in Leib und Blut übergangen", verriet die charmante Interpretin am Rande.

 

Das städtische Blasorchester steckte wieder ein enormes Leistungspotenzial ab. In den souverän musizierten Werken steckte viel mit spürbarer Freude gegebenes Herzblut. Ralf Böttinger, der als Euphonium-Spieler in der Stadtmusik und als Vorstandsmitglied der wirtenden und die Garderobe der Gäste betreuenden Kolpingfamilie im Doppeleinsatz war, betonte: "Die Zusammenarbeit Kolping/Stadtmusik hat sich bewährt. Beide sind aneinander froh." Ihm persönlich bereite es "wieder eine große Freude, bei diesem stimmungsvollen Konzert mitspielen zu dürfen".

 

Schon der konzertante Einstieg war mit "Echoes of San Marco" in vielschichtig transparentem Klangspektrum ergreifend schön gestaltet. Das Stück mit hohem Schwierigkeitsgrad basiert auf einer Kanzone von Giovanni Gabrieli für zwei vierstimmige Blechbläserchöre, die der zeitgenössische Komponist Johan de Meij geschickt im gesamten Ensemble als Echo erklingen lässt. Das lieferten am Hallenrand zwei Bläserquartette, besetzt mit je zwei Posaunen und Trompeten. "Es macht viel Spaß mitzuspielen" hatte die Posaunistin Petra Ruh bekundet, die genauso ein Teil der "Echo-Quartette" war wie der Trompeter Jochen Fischer.

 

Im weiteren Konzertverlauf seien besonders die Transkriptionen von Werken, die für Sinfonie-Orchester geschrieben sind, eine Herausforderung, betonte Fischer. In zartem Tempo schwebte der Bach-Choral "Nun komm, der Heiden Heiland" und wie mit tausend schnellen Schritten eilten die Töne bei der "Akademischen Festouvertüre" herbei, bevor sie sich lebendig kommunizierend zu einem Ganzen vereinten. "Eine tolle Visitenkarte für Stockach", lobte Manfred Wittich als Vorsitzender der Stadtkapelle vor dem tosenden Beifall des Publikums.

 

Die Stadtmusik

Rund 80 Instrumentalisten vereinen sich in der Stadtmusik Stockach, die sich unter der Leitung von Musikdirektor Helmut Hubov auf Höchststufen-Niveau bewegt. Gespielt werden von den Musikern in der Stadtmusik Stockach folgende Musikinstrumente: Piccolo/Flöte, Oboe, Englischhorn, Fagott, Kontrafagott, Klarinette, Bassklarinette, Kontrabassklarinette, Saxophon, Trompete, Posaune, Horn, Euphonium, Tuba, Kontrabass, Percussion, Harfe und Klavier.

Infos im Internet:

http://www.musikverein-stockach.de

 

von Gabi Rieger

Wochenblatt vom 07.11.2018

Alle Tonarten des Lebens

Gekonnt und routiniert: die unvergängliche »Carmina Burana«

Das pralle Leben in allen seinen Tonlagen in 80 Minuten gepackt! Die Höhen und Tiefen, die Aufs und Abs, die Launenhaftigkeit des Schicksals, das Wohl und Wehe von Erotik, Partys oder Spielsucht, die Vergänglichkeit des Glücks - all‘ diese Nuancen menschlichen Daseins in eingängige Melodien, einprägsame Noten, einfühlsame Rhythmen gepresst. Das Leben in seiner ganzen Pracht umfasst, umarmt, umgarnt die »Carmina Burana«. Das Meisterwerk von Carl Orff, seine Neuinszenierung von 24 Texten einer mittelalterlichen Handschrift aus dem Kloster Benediktbeuren, inszenierten das Sinfonische Blasorchester Stockach und die Stadtharmonie Winterthur-Töss unter dem Dirigat von Helmut Hubov gekonnt, traditionell und routiniert in der ausverkauften Jahnhalle. Die Aufführung gefiel vor allem im Zusammenspiel mit »Alpha-capella«, dem offiziellen Chor der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur, der unter der Stabführung von Tenor Paolo Vignoli aus Studierenden, Mitarbeitenden und externen Freunden des Gesangs besteht. 

Der Anfang - die pure Gänsehaut. Die stakkatoartigen, sich in den Geist einhämmernden, mit Paukenschlägen begleiteten Chorklänge der »Fortuna Imperatrix Mundi«, der Schicksalsgöttin als Kaiserin der Welt, nehmen sofort gefangen. Oft für Werbezwecke missbraucht, hat vor allem der Freude an der Hymne, der diese kommerziellen Nutzungen hinter sich und sich ganz auf den Musikgenuss einlassen kann. Das lohnte sich in der Jahnhalle! Sauber intoniert, musikalisch stark, mit gewaltigem Klangkörper brachten die Ausführenden die uralten und doch ewig jungen Melodien der »Carmina Burana« zu Gehör - das Anrufen der Schicksals- und Glücksgöttin, wandelbar wie der Mond, das Erwachen des Frühlings, den trügerischen Hype knisternder Liebeslust. Die Gefahren von Alkohol und ausgedehnten Feten stellte Bariton Markus Volpert sogar szenisch dar, indem er schwankend schauspielernd auf die Bühne wankte. 

Das war eines der wenigen szenischen Elemente der Aufführung. Carl Orff hatte sein Werk als »szenische Kantate« bezeichnet, doch die Stockacher Aufführung beschränkte sich, hier ganz dem Mainstream verpflichtet, auf die konzertante Präsentation. Die Ensembles ließen die Musikgewalt, die Popularität der Kompositionen, die leichte Eingängigkeit für sich sprechen und nutzten die kraftvolle Schlichtheit der Notengebung des Werks, das abseits von verschlungenen, kunstvoll gewundenen Notenpfaden auch Nicht-Klassik-Freunde zu begeistern weiß. 1937 in Frankfurt am Main uraufgeführt hat »Carmina Burana« nichts von ihrer Frische, ihrer Aktualität, ihrem Zauber verloren. Denn ihr Thema ist unvergänglich und unsterblich - das Leben an sich. Schade war nur, dass trotz begeistertem Applaus keine Zugabe gegeben wurde und die Ausführenden sang- und klanglos hinter der Bühne verschwanden. Nochmals die »Fortuna Imperatrix Mundi« - das Publikum wäre selig gewesen.

Der nächste Auftritt der Stadtmusik Stockach ist am Samstag, 22. Dezember, um 20 Uhr in der Jahnhalle Stockach beim »Weihnachtskonzert«.

von Simone Weiß

Südkurier vom 05.11.2018

"Carmina Burana" in der Jahnhalle: Gesänge von Frühling und Liebe

Helmut Hubovs Sinfonisches Blasorchester Stockach und seine Stadtharmonie Winterthur-Töss zauberten mit Carl Orffs "Carmina Burana" unter Mitwirkung von Schweizer Chören eine phänomenale Stimmung in die ausverkaufte Stockacher Jahnhalle.

Schier nicht enden wollende Beifallsstürme im Stehen krönten die gelungene Interpretation der „Carmina Burana“ von Carl Orff. In der rappelvollen Jahnhalle waren über tausend Musikbegeisterte mittendrin im turbulenten Geschehen der szenischen Kantate: zum einen die 800 musikbegeisterten Zuhörer, und zum anderen die 250 Ausführenden: die als gelungene Einheit von Helmut Hubov dirigierten Instrumentalisten vom Sinfonischen Blasorchester Stockach und der Stadtharmonie Winterthur-Töss, sowie die von Paolo Vignoli geleiteten Choristen vom schweizerischen Alpha-Cappella-Chor der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften nebst Kinderchor Superar Suisse. Vignoli, ausgestattet mit einer lyrischen Tenorstimme, bewegte sich außerdem zusammen mit den stimmschönen Sängern Mélanie Adami (Sopran) und Markus Volpert (Bariton) mit komödiantischem Gehabe im Team der Gesangssolisten.

 

„Es war so eine erschütternde Aufführung. Mir stehen noch die Tränen in den Augen“ resümierte Hans-Walter Berg, der zuvor in der benachbarten Realschule eine erläuternde Werkseinführung gegeben hatte. Dass dieses grenz- und generationenübergreifende Projekt ganz im Sinne des Komponisten sei, thematisierte aus dem Kreis der spürbar begeisterten Zuhörer die Stockacherin Waltraud Blessing.

 

Grenzüberschreitende musikalische Zusammenarbeit

„Es macht unglaublich viel Freude, mit so vielen Menschen diese fantastische Musik und Texte zum Leben erwecken zu dürfen“ hatten die drei Gesangssolisten betont. Gisbert Naundorf, im Team der diensthabenden Kolpingfamilie als Garderobier im Einsatz, äußerte sich fasziniert von der „beeindruckenden grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“.

„Schnallen Sie sich an, es wird Sie vom Stuhl hauen“ hatte Manfred Wittig prophezeit. Als Vorsitzender der Stockacher Stadtmusik hatte er tags zuvor auch die beiden restlos ausverkauften Vorstellungen in Winterthur erlebt und die „sehr gute Performance aller 250 Mitwirkenden von Jung bis Älter“ gelobt. Helmut Hubov hat es wieder mit Bravour geschafft, alle Elemente auf hervorragende Weise zu einer Einheit zusammen zu fassen.

Die Musik, von größter Vitalität erfüllt, war in ständiger Bewegung. Das lag nicht allein am Klangbild mit seiner starken Betonung des Schlagzeugs, der terrassenförmigen Dynamik im plötzlichen Wechsel von Forte und Piano, sondern vor allem auch am Mut zur radikalen Einfachheit.

 

Steigerung bis zu orgiastischer Fröhlichkeit

Zu erleben waren Gesänge von Frühling und Liebe, vom Trunk in der Taverne, zart und derb, innig und ausgelassen, aufgeschrieben in gereimtem Mönchs- und Scholarenlatein und kernigem Mittelhochdeutsch, erfüllt von einer unbändigen Lebenslust. Orff selbst bezeichnete seine „Carmina Burana“ als weltliche Gesänge für Soli und Chor mit Begleitung von Instrumenten und Bildern. Obwohl man die lateinischen Texte nicht verstand, war man als Zuhörer emotional erfasst und mittendrin. Kernig und lustig war’s, tragisch auch und geheimnisvoll dazu. Tänzerisch tändelnd, übermütig und laut, rhythmisch packend. Faszinierend war dabei das synchrone Dirigieren der beiden Chor- und Orchester-Dirigenten.

Der Ode an die Fortuna folgten die Freuden der Schenke. Zechen und Essen, dazu derb-kräftige Lieder. Dem atemlos dahinstürmenden, in höchste Stimmlage aufgeschwungenen Solo des Baritons folgten das Lamento des gebratenen Schwans in der Pfanne und die trunkene Rede vom Abt von Kuckucksmünster, auf die der Männerchor mit „Waffna“-Rufen antwortete. Der Chor "In taberna quando sumus" steigerte sich bis zu orgiastischer Fröhlichkeit.

 

Sie wirkten mit

Diese 250 Instrumentalisten, Choristen und Solisten haben unter der Gesamtleitung von Helmut Hubov Carl Orffs "Carmina Burana" erfolgreich aufgeführt: der Chor der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur, das Sinfonische Blasorchester Stockach mit der Stadtharmonie Winterthur-Töss samt seinem 100 Stimmen starken Chor Alpha-Capella, außerdem ein Chor von 60 Kindern vom Verein Superar Suisse Winterthur unter der Leitung von Paolo Vignoli, der als Tenor neben Mélanie Adami (Sopran) und Markus Volpert (Bariton) als Gesangssolist mitwirkte.

Informationen im Internet: http://www.musikverein-stockach.de

 

von Gabi Rieger

Südkurier vom 24.10.2018

Stadtmusik Stockach führt Carl Orffs Carmina Burana auf: Ein Kraftakt für Dirigent und Musiker

Dirigent Helmut Hubov und seine Musiker hatten nur zehn Proben, um Orffs berühmtestes Werk einzuüben. Sie werden es am Samstag, 3. November, und Sonntag, 4. November, in Winterthur und Stockach aufführen, gemeinsam mit der Stadtharmonie Winterthur-Töss und zwei Chören.

Es ist ein Mammutprojekt, an das sich die Stadtmusik gewagt hat – und nach nur zehn Proben musste es sitzen. Die Musiker des Stockacher Blasorchesters bringen Carl Orffs Carmina Burana auf die Bühne. 216 Seiten dick ist das Notenheft, das der Stadtmusik-Dirigent Helmut Hubov in den Händen hält. Orffs berühmtestes Werk werden er und seine Musiker am Samstag, 3., und Sonntag, 4. November, in Winterthur und Stockach aufführen, gemeinsam mit der Stadtharmonie Winterthur-Töss, dem Chor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, dem Kinderchor Superar Suisse und drei Solisten. An den beiden Tagen stehen jeweils rund 250 Musiker auf den Bühnen der Stockacher Jahnhalle und der Parkarena Winterthur.

 

Helmut Hubov, der auch die Stadtharmonie Winterthur-Töss dirigiert, hat sich ein Vierteljahr mit der Partitur der Carmina Burana auseinandergesetzt. Carl Orffs Werk sei sehr komplex, enthalte die unterschiedlichsten Akkordfolgen und alle möglichen Liedarten wie Liebes- oder Trinklieder. Er habe während der Arbeit an den Carmina Burana immer wieder neue Zusammenhänge entdeckt, sagt Hubov. Der Aufwand hat sich für ihn gelohnt: „Es ist eine magische und elektrisierende Musik.“

 

Dass seine Musiker nur wenig Zeit hatten, um das komplexe Werk einzustudieren und die beiden Blasorchester sowie die Chöre nur ein gemeinsames Probewochenende hatten, sei kein Problem, sagt Helmut Hubov: „Beide Orchester spielen auf einem sehr hohen Niveau.“ Er wisse daher, dass er mit ihnen auch in kurzer Zeit zum Ziel gelange, erklärt Hubov, der die Stadtmusik Stockach seit 1989 leitet.

 

Der Ruf der Stadtmusik als erstklassiges Amateur-Orchester und die Ausstrahlung der „Carmina Burana“ scheinen zu ziehen: Für das Konzert in Stockach gibt es nur noch wenige Restkarten, sagt Manfred Wittig, der erste Vorsitzende des Musivereins Stockach e.V.: „Von der Stadt habe ich gehört, dass bisher noch kein Online-Vorverkauf für eine kulturelle Veranstaltung so gut gelaufen ist.“

 

Carl Orffs Carmina Burana wird am Sonntag, 4. November, ab 17 Uhr in der Jahnhalle in Stockach und am Samstag, 3. November, in der Parkarena Winterthur (17 Uhr und 20 Uhr) aufgeführt. Vor dem Konzert in Stockach gibt der Musikwissenschaftler Hans-Walter Berg in der Realschule Stockach ab 16 Uhr eine Einführung in Orffs Werk. Eintrittskarten sind bei der Tourist-Information Stockach erhältlich sowie im Internet unter: http://tickets.stockach.de

 

Das Werk

Die Carmina Burana gehören zu den bedeutendsten mittelalterlichen Sammlungen weltlicher Lieder. Sie entstanden um 1230 und lagen lange Zeit unentdeckt im Kloster Benediktbeuren. 1847 gab der Sprachforscher Johann Andreas Schmeller die erste Gesamtausgabe der Liedersammlung heraus und nannte sie Carmina Burana, was soviel wie „Beurer Lieder“ bedeutet. 1937 vertonte Carl Orff die Burana als sogennante „szenische Kantate“. Orff verarbeitete 24 der Original-Texte und komponierte die Musik dazu neu, angelehnt an die überlieferten Melodien der historischen Carmina Burana. 

 

von Marcel Jud

Südkurier vom 23.09.2018

240 Musiker zeigen am 4. November "Carmina Burana"

Das Sinfonische Blasorchester Stockach und die Stadtharmonie Winterthur-Töss habne sich wieder zusammen getan, um einen musikalischen Leckerbissen zu präsentieren. Die von Komponist Carl Off zusammengestellte "Carmina Burana" ist sehr bekannt und beliebt.

Allein die Zahl der Musiker ist gewaltig, die am Sonntag, 4. November, die "Carmina Burana" in der Jahnhalle Stockach spielen und singen werden: Unter der Leitung von Helmut Hubov haben sich das Sinfonische Blasorchester Stockach und die Stadtharmonie Winterthur-Töss zu einem 100-köpfigen Projektorchester zusammen getan. Bereits bei der Aufführung von „Stabat Mater“ und „Queen-Symphony“ traten sie gemeinsam auf. Ebenfalls zum Ensemble gehört der Chor Alpha-cappella mit 80 Sängern, wie die Stadtmusik mitteilt. Zum offiziellen Chor der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur stößt für die „Carmina Burana“ auch ein Chor von 60 Kindern vom Verein Superar Suisse in Winterthur hinzu. Wie Alpha-cappella wird auch der Kinderchor von Paolo Vignoli geleitet, der Tenor wird auch als Solist zu hören sein. An seiner Seite singen Mélanie Adami (Sopran) und Markus Volpert (Bariton).

 

Mittelalterliche Texte über irdische Freuden

Komponist Carl Orff vertonte für sein Werk im Jahr 1937 Texte der gleichnamigen mittelalterlichen Liedersammlung, die 1803 im bayerischen Kloster Benediktbeuern gefunden wurde. Orffs Komposition erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit. Die „Carmina Burana“ gelten als wichtige Sammlung der Vagantendichtung: Vor 700 Jahren wurden diese weltlichen, in Latein geschriebenen Texte und Lieder wurden von wandernden Studenten, vagabundierenden Dichtern und Mönchen verfasst. Die Dichtungen sind Bekenntnisse zu irdischen Freuden wie Essen, Trinken, Spielen, Liebe, aber auch Betrachtungen über Ironie und Grausamkeit des Glücks.

 

Hier gibt es Karten – und eine Einführung in das Werk

Die Besucher am Sonntag, 4. November, in Stockach und einen Tag zuvor in Winterthur erwartet ein eindrucksvolles Konzert in großer Besetzung. Professor Hans-Walter Berg wird am 4. November von 16 bis 16.30 Uhr in der Realschule Stockach in das Werk einführen. Karten gibt es für 12, 15 und 18 Euro bei der Tourist-Information Stockach in der Salmannsweilerstraße sowie unter Telefon (0 77 71) 80 23 00, per Mail an tourist-info@stockach.de oder im Internet unter tickets.stockach.de/produkte.

Südkurier vom 13.07.2018

Wahrlich ein Sommerabend: Stockacher nutzen Programm auf dem Gustav-Hammer-Platz

Dass Freitag der 13. kein Unglückstag sein muss, hat der elfte Stockacher Sommerabend gestern bewiesen. Das Kulturzentrum Altes Forstamt und der Musikverein hatten auf den Gustav-Hammer-Platz eingeladen und etwa 550 Menschen kamen.

Nachdem die 350 Besucher im vergangenen Jahr teils Regenjacken brauchten, konnten sie in diesem Jahr einen tatsächlich sommerlichen Sommerabend genießen und bei lauschigen 26 Grad Celsius gesellig ins Wochenende starten.

Der Sommerabend verspricht eine Mischung aus Zusammenkommen, eine Kleinigkeit essen und den Klängen von Stadtmusik sowie einer Band lauschen – und hat dieses Versprechen in diesem Jahr einmal mehr gehalten. "Wir sind jedes Jahr hier", sagte Heike Hirschle aus Stockach, die mit ihrer Familie jedes Jahr kommt – einerseits, weil die Kinder auftreten und ihr Instrument spielen, aber auch wegen der netten Gesellschaft. "Das ist das Schöne daran, dass man viele Leute von früher wieder sieht", sagt auch Stefan Klein wenige Tische weiter, der in Stockach aufgewachsen ist und nun aus Orsingen auf den Platz an der Kaufhausstraße kam. Man müsse es auch nutzen, wenn in Stockach etwas geboten werde.

 

"Der Sommerabend ist eine gute Gelegenheit auch für Zugezogene, um Stockach und die Leute kennen zu lernen", pflichtet Musikvereins-Vorsitzender Manfred Wittig bei. "Da darf man keine Scheu haben." Der Sommerabend sei für ihn Begegnung und die Musik verbinde. Entsprechend freute er sich nach eigener Aussage darüber, wie viele Menschen diese Chance nutzten: Schon kurz nach Beginn um 18.30 Uhr waren viele Stehtische belegt, an den Bierbänken war kaum noch Platz. Ein Glück, dass die fleißigen Helfer den frei gewordenen Raum vor der Bühne mit einigen Bänken auffüllte.

Wenige Minuten zuvor spielte da noch das Jugendblasorchester unter Leitung von Helmut Hubov. Das etwa einstündige Programm punktete gekonnt mit bekannten Titeln wie "Fluch der Karibik", bevor die Band "4 Good Times" auf der Bühne übernahm.

 

Die Band besteht aus Manfred Schadow, Uli Müller, Christian Fox sowie Bruno Hipp aus der Region. "Wir spielen eigentlich alles, was wir selbst auch mögen", sagt Bruno Hipp aus Überlingen. Sein Musikerkollege Christian Fox zählt auf: Robbie Williams, Sting oder Stücke von Elvis, den Beatles und der 2017 verstorbenen Rock'n'Roll-Legende Fats Domino. Darunter seien viele Titel, die man mitsingen könne. Das genaue Programm würden sie jeweils dem Publikum anpassen – und das Stockacher Publikum kennen sie vom Vorjahr.

 

Dafür, dass die Verpflegung stimmte, sorgte die Stadtmusik mit mehreren Ständen und Pommes, Wurst sowie Cola oder Weizen. Erstmals war dafür Manfred Wittig gefragt, der im Dezember zum Vorsitzenden gewählt wurde und am Sommerabend keine Aufregung erkennen ließ. "Man kann sich auf die Helfer absolut verlassen", sagte er. 50 Helfer seien im Einsatz, um an den verschiedenen Stationen für Getränke und Verpflegung zu sorgen – und den Auf- und Abbau zu stemmen. Bereits am Freitagvormittag begannen die Arbeiten und sollten bis in die Nachtstunden dauern. Doch das sei schon eingespielt, sagt Wittig. Einige Helfer hätten festgestellt, dass eigentlich alles wie immer ist, erzählt er lachend, bevor er selbst am Weizenstand hilft. Das Fazit ist rundum positiv: "Alle sind gut gelaunt und die Musik ist gut", sagt Stefan Keil, "so soll es sein".

 

Geschichte

Organisiert wird die Veranstaltung seit 2003 vom Kulturzentrum Altes Forstamt und dem Stockacher Musikverein. Seit 2011 findet der Sommerabend regelmäßig jährlich statt, zuvor war es eine lose wiederkehrende Veranstaltungsreihe. In den vergangenen Jahren hatten die Veranstalter etwas Pech mit dem Wetter: 2015 gab es anfangs Regen, 2016 besorgte Gesichter wegen schlechter Wetterprognose und 2017 wieder ein wenig Regen. Einen Besucherrekord gab es 2014: Zum Auftritt von Papis Pumpels kamen 1500 Menschen auf den Gustav-Hammer-Platz.

 

von Isabelle Arndt

Wochenblatt vom 11.07.2018

Der Taktstock darf nicht ruhen

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Der Erfolg beim Verbandsmusikfest Anfang Juni in Singen mit dem sehr guten Abschneiden der Stadtmusik sowie der Musikschule Stockach mit Gruppenspiel, Schulorchester und Jugendblasorchester ist für Stadtmusikdirektor Helmut Hubov kein Grund, den Dirigentenstab weniger bestimmt und energisch zu schwingen. Verschiedene Auftritte etwa in der französischen Partnerstadt La Roche sur Foron oder im Jahr 2020 zusammen mit US-amerikanischen Musikern sind geplant, und Ehefrau Sieglinde Hubov wird als ausgebildete Musiklehrerin künftig auf 450-Euro-Basis für und in der Musikschule in der Pfarrstraße tätig sein.

 

»Früh übt sich, was ein engagierter Musiker werden will«, davon ist Sieglinde Hubov in ihrem tiefsten Innern überzeugt. Darum bietet sie seit langem den Musikgarten zur musikalischen Früherziehung der Jüngsten an. Denn, so erklärt sie im Pressegespräch, die Musikschule mit ihren 350 bis 400 Zöglingen sei die Talentschmiede, aus der später die Könner für die Stadtmusik rekrutiert werden. Bisher war sie in diesem Bereich auch in Radolfzell tätig gewesen, doch nun möchte sie ihre Kräfte lokal bündeln und binden. Darum, so Sieglinde Hubov im Pressegespräch, hat sie nach 19 Jahren in der Zeller Musikschule gekündigt und wird sich stattdessen ab 1. August verstärkt in Stockach einbringen. Neben dem weiterhin von ihr angebotenen Musikgarten möchte sie sich auf Minijob-Basis um die Betreuung der Kinder und die Beratung der Eltern etwa bei der Wahl des richtigen Musikinstrumentes, des passenden Lehrers oder des geeigneten Ausbildungsgangs kümmern. Denn, so Bürgermeister Rainer Stolz, sie sei die »Seele der Musikschule« Stockach, und das werde nun anerkannt.

 

Eine funktionierende Musikschule garantiert den Nachwuchs für die Stadtmusik mit ihren 87 aktiven Musikern. Davon ist auch Helmut Hubov überzeugt, der mit seinem Ensemble viel vorhat. In der Pipeline sind Auftritte beim Stockacher Sommerabend mit dem Jugendblasorchester auf dem Gustav-Hammer-Platz am Samstag, 13. Juli, und nach der Messe »Stabat Mater«, eher »etwas für Insider«, möchte er am Sonntag, 4. November, in der Jahnhalle mit der eingängigen, geschmeidigen Carmina Burana verzaubern. Der Auftritt erfolgt zusammen mit der Stadtharmonie Winterthur-Töss, und dieses musikalische schweizerisch-stockacherische Teamwork wird am Samstag, 3. November, zunächst zwei Mal in Winterthur zu hören sein, bevor es am Sonntag weiter nach Stockach geht. Auch die Stadt Singen habe Interesse an einem Auftritt in ihren Mauern gehabt, doch diese Anfrage, so Helmut Hubov, habe er abgelehnt: Wenn die Singener die Stadtmusik Stockach hören wollten, sollten sie bitte nach Stockach kommen.

 

In die französische Partnerstadt La Roche allerdings reist die Stadtmusik: Dort wird sie am Wochenende vom 10. und 11. November an den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Ende des Ersten Weltkriegs teilnehmen und zusammen mit französischen Musikern einen Auftritt haben. Und Helmut Hubov plant schon bis 2020 vor: Dann wird ein US-amerikanisches Orchester in Stockach zu hören sein – der Gegenbesuch, nach dem Auftritt der Stadtmusik in der Carnegie Hall in New York mit der Welturaufführung des Stücks »Vox Populi (Volkes Stimme)«. Nach dem Konzert ist vor dem Konzert.

 

von Simone Weiß

Südkurier vom 16.06.2018

Stockacher Orchester begeistern in Singen

Die Stadtmusik trat bei den Wertungsspielen des Verbandsmusikfestes gar in der schwersten Kategorie an – und überzeugte die Juroren. Als Fundament für die durch die Bank guten Ergebnisse sieht Bürgermeister Rainer Stolz die Arbeit der Stockacher Musikschule.

Es war ein Tag der großen Zahlen: Etwa 2000 Holz- und Blechbläser gaben, verteilt über die Singener Innenstadt, rund 40 Konzerte und feierten das 125-jährige Bestehen des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee. Unter den zahlreichen Trompetern und Flötenspielern waren auch Musiker aus Stockach – etwa 170 aus dem Umland, knapp 260 aus Stockach selbst. Sie reisten in verschiedenen Gruppierungen zum Verbandsmusikfest: darunter Gruppenspiel, Schulorchester und Jugendblasorchester der Musikschule sowie die Stadtmusik.

"Damit waren wir die einzige Stadt, die mit vier Orchestern an den Wertungsspielen teilgenommen hat – und das auch noch mit großem Erfolg", sagt Helmut Hubov, Stadtmusikdirektor und Musikschulleiter, stolz. Die Stadtmusik trat zudem als einziges Orchester in der Kategorie sechs (extrem schwer) an – und erhielt dafür von vier Juroren das Prädikat "sehr gut mit Stern". Im Anschluss an das Konzert des 87-köpfigen Ensembles folgte dann ein sogenanntes Beratungsgespräch mit einem der vier Jurymitglieder. "Hier wurde uns gesagt, dass man ein Musikstück dieser Leistungsklasse als Laien-Orchester nicht besser spielen kann", erzählt Hubov.

Und auch die drei Nachwuchsorchester erhielten von den Juroren Bestnoten: Das Gruppenspiel glänzte mit einem "sehr gut", das Jugendblasorchester mit einem "sehr gut mit Stern". Und das Schulorchester erhielt mit einem "ausgezeichnet" gar das höchste Prädikat.

Für Bürgermeister Rainer Stolz sind diese Ergebnisse das Resultat einer Entwicklung, die vor vielen Jahren mit der Arbeit des Ehepaars Hubov an der Musikschule begann. "Heute ist Stockach für die musikalische Entwicklung ein Mekka", sagt Stolz. Helmut Hubov, der die Leitung 1987 übernahm, sei dabei als kreativer Kopf der Schule für die musikalische Qualität zuständig, während seine Frau Sieglinde Hubov durch ihr pädagogisches und organisatorisches Wirken das Fundament forme.

Dieses Fundament durch eine gute Jugendarbeit sei ein wichtiger Faktor für Erfolge, wie sie die Stockacher Orchester in Singen verbuchen konnten. Das weiß Sieglinde Hubov. "Deshalb versuchen wir, Kinder und Jugendliche von klein auf zielgerichtet an die passenden Instrumente heranzuführen – und das Zuhören ist dabei das Wichtigste." Neben der individuellen Ausbildung und Entwicklung, während der kleine Durststrecken keine Seltenheit seien, stehe aber auch das Musizieren in der Gruppe im Fokus, so Sieglinde Hubov weiter: "Orchester fördern das Verhalten in der Gruppe und somit auch Integration und Inklusion." Und letztendlich sorge dies für eine soziale wie auch musikalische Verankerung der Jungmusiker – im Orchester, der Schule und in der Stadt.

Dass die Ausbildung der rund 400 Schülerinnen und Schüler gelingt, daran arbeiten 27 diplomierte Fachlehrer mit. "All diese Leute sichern die weitere Fortentwicklung der Musikschule", sagt Bürgermeister Stolz und ergänzt: "Was die musikalische Qualität betrifft, belegt die Stadtmusik Stockach regional, aber auch darüber hinaus schon heute einen Spitzenplatz."

 

Das Verbandsmusikfest

Bei den Wertungsspielen des Verbandsmusikfests, das alle fünf Jahre stattfindet, konnten sich Orchester und Kapellen in den Kategorien eins bis sechs anmelden, wobei eins das leichteste und sechs das schwerste Niveau ist. Neben den vier Orchestern der Musikschule nahmen auch drei Musikvereine aus dem Raum Stockach am Fest teil:

DerMusikverein Honstetten spielte mit einem 56-köpfigen Ensemble in der Kategorie drei (mittel) und erhielt dafür das Prädikat „sehr gut“.

DerMusikverein Liggersdorf trat mit 66 Musikern auf und spielte ebenfalls Stücke der Kategorie drei und bekam dafür die Auszeichnung „gut“.

DerMusikverein Winterspüren spielte mit einem 45-köpfigen Orchester in der Kategorie vier (schwer) und erhielt dafür das Prädikat „sehr gut“.

 

von Lukas Reinhardt

Südkurier vom 22.05.2018

Stadtmusik ist zufrieden mit der Vorstandsarbeit und schwärmt von New York

Der Musikverein ist immer noch hin und weg von seiner Konzertreise nach Big Apple – samt Auftritt in der Carnegie Hall. Der neue Vorsitzende Manfred Wittig plädiert in unruhigen gesellschaftlichen Zeiten für einen Dreiklang aus Musik, Sport und Kunst.

Manfred Wittig, erst seit fünf Monaten im Amt als Vorsitzender des Musikvereins Stockach, konnte in der ersten Hauptversammlung unter seiner Führung bereits auf zwei tolle Ereignisse zurückblicken: Das Weihnachtskonzert und das Frühlingskonzert der Stockacher Stadtmusik, die das Hauptorchester des Musikvereins ist, hob er in seinem kurzen Bericht als Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit hervor. Nachdem das Klarinetten-Register unter der Leitung von Nicole Reichle die Versammlung mit "Caprice for Clarinets" musikalisch eröffnete, brachte Wittig seine Freude zum Ausdruck, "diesem tollen Verein vorstehen zu dürfen".

 

Plädoyer für Dreiklang aus Sport, Musik und Kunst

Sport, Musik, Kultur seien besonders in unruhigen Zeiten wie diesen äußerst wichtig, sagte Wittig. Er bedankte sich bei den Aktiven – im Moment spielen 87 Musikerinnen und Musiker in der Stadtkapelle – für deren Einsatz für eine wirklich gute Sache. Besonders hob er die Bedeutung der Musikschule Stockach hervor, denn diese stelle die Quelle neuer Musiker dar, die einen Platz in den diversen Orchestern des Musikvereins fänden.

 

Musikverein kehrt in Ein-Jahres-Modus zurück

Und Wittig sagte auch: "Jetzt werden wir wieder in den alten Modus der jährlichen Generalversammlungen zurückkehren." So erklärte Wittig, der seit Dezember 2017 den Stockacher Traditionsverein leitet, dass aufgrund der nötigen Neuwahl eines ersten Vorsitzenden und der damit verbundenen Kandidatensuche der Termin der letzten Versammlung in den Dezember 2017 verschoben worden sei. Zu diesem Termin übernahm Wittig die Vereinsführung von Michael Grüninger, der aus beruflichen Gründen den Vorsitz abgegeben hatte.

Musikdirektor Helmut Hubov, der Dirigent und musikalische Leiter der Stadtmusik, ließ in seinem Bericht das Vereinsjahr Revue passieren. Er verwies auf insgesamt 50 Proben und Auftritte im Jahr 2017 und dankte insbesondere den fleißigsten Probenbesuchern: Angelika Muffler, Mathias und Berthold Bregenzer. Ebenfalls betonte er die Leistungen von Frank Matthes und dankte ihm, "denn er findet immer den richtigen Ton beim Arrangieren diverser Musikstücke".

 

Vom Reiz der Carnegie Hall

Hubov hob in seinem Bericht, wie später die Schriftführerin Martina Schuler auch, die Konzertreise nach New York besonders hervor. Schuler erwähnte, dass es seit 1891 einen Satz gebe – Quelle nicht bekannt –, der da laute: "Wer in der Carnegie Hall auf der Bühne steht, der hat es geschafft." Unter Applaus stimmten die Anwesenden zu und erinnerten sich sehr gern an die beeindruckende Konzertreise.

Dass der New York-Aufenthalt nicht umsonst zu haben gewesen sei, erläuterte Kassiererin Melanie Engst und nannte für das "Unternehmen New York" einen finanziellen Verlust von 25.000 Euro. In Anbetracht des Kassenbestandes von 45.000 Euro sei dieser Verlust allerdings gut zu verkraften. Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz, der die Musiker nach New York begleitet hatte, sprach in seiner Rede von einem "erhebenden Gefühl" im Auditorium der Carnegie Hall zu sitzen und den jungen Stockacher Musikern zu lauschen.

 

Persönlichkeiten

Vorstand: Dies ist nach der Versammlung das Vorstandsteam des Musikvereins: Manfred Wittig (1. Vorsitzender), Jürgen Schramm, (2. Vorsitzender), Helmut Hubov (Dirigent), Jochen Fischer (Vizedirigent), Martina Schuler (neue Kassiererin), Claudia Kramer (neue Schriftführerin); Beisitzer: Stefanie Bregenzer (neu), Nadine Heinzle (neu), Iris Hermann-Futterknecht, Michael Schönberger, Günter Velten, Werner Gaiser und Josef Renz

Ehrungen: Die Versammlung des Musikvereins ernannte Ingo Reinl zum Ehrenmitglied. Reinl (54) trat bereits 1978 in das damalige Jugendblasorchester ein. Seine musikalische Ausbildung genoss er als Tenorsaxofonist bei Egon Weber. 1981 trat er in die Stadtmusik ein, 1988 wurde er zum zweiten Vorsitzenden gewählt und war 1991/1992 auch kommissarisch als erster Vorsitzender tätig. Seit 2008 arbeitet er aktiv in der Vorstandschaft mit und bringt sich dort weiterhin engagiert ein. Im Orchester spielt er als Bariton-Saxofonist. 

 

von Reinhold Buhl

Wochenblatt vom 12.05.2018

Musikalisches Potpourri der Höchstklasse

Frühlingskonzert der Stadtmusik Stockach als Generalprobe für die große Herausforderung

Während seines Grußwortes freute sich der Vorsitzende der Stadtmusik Stockach Manfred Wittig kürzlich sichtlich, als er in der Jahnhalle die knapp 300 Besucher zum alljährlichen Frühjahrskonzert begrüßte. »Heute Abend ist quasi Hauptprobe«, verkündete er stolz, denn »am 9. Juni werden wir mit zwei der heute gespielten Lieder am Verbandsmusikfest des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee in Singen teilnehmen. Als einziges Orchester stellen wir uns der strengen Juri in der Höchstklasse.« 
Das Stadtorchester zeigte sich in seiner Höchstform. Unter der künstlerischen Leitung von Musikdirektor Helmut Hubov spielten sie sich in einem rund zweistündigen Programm in die Herzen ihres Publikums, überraschten immer wieder durch ihre Stückauswahl, überzeugten durch das gekonnte Spiel von Laut und Leise, den Wechsel der Tempi und dem immer wiederkehrenden Zusammenführen der Bläser zu einem Großen und Ganzen. Während des Abends übernahm die Flöte und Piccolo-spielende Nadine Heinzle die Moderation.
«The Zest« des finnischen Komponisten Ilari Hylkilä bildete den gelungenen Auftakt »Gewürzvoll und mit viel Schwung«, wie Nadine Heinzle das Stück treffend charakterisierte. 
Das nächste Stück »Bachseits« von Johannes Stert ist ein Stück in drei Sätzen, und wird auf dem Verbandsmusikfest in Singen zu hören sein. Das Besondere an diesem höchst anspruchsvollen und sehr schwierig zu spielenden Stück ist die besondere Melodie; während der erste Satz leise gespielt wurde, waren der zweite und dritte Satz laut und dissonant. Durch die weiträumige Bühne innerhalb der Jahnhalle kam die Akustik besonders gut zur Geltung und erzeugte bei den Zuschauern ein herrliches Klangerlebnis. 
»Tiento Del Primer Tono Y Batalla Imperial« von Christòbal Halffter war das zweite Stück, welches sich der Jurykritik in Singen stellen wird. »Das Werk besticht durch festliche Bläserchöre, das Dröhnen der Basler Trommeln, klare Konturen, opulente Farben und weite Klangräume. Was man hört, hinterlässt einen starken Eindruck«, versprach Moderatorin Heinzle und sie sollte Recht behalten. 
Nach der Pause übernahm Werner Gaiser, ebenfalls Vorstandsmitglied eine technisch anspruchsvolle Rolle. 
Im Jahre 2011 wurde der Komponist Otto M. Schwarz gebeten, die Filmmusik zu einem historischen Kurzfilm zu schreiben, der als Hintergrund das Thema des dritten Koalitionskrieges 1805 in Niederösterreich behandelte. Werner Gaiser entfernte die Filmmusik, denn die Stockacher Stadtmusik spielte diese selbst, während Gaiser den Film mittels Beamer auf eine große Kinoleinwand projizierte. Die Sprach- und Geräuschaufnahmen wurden über ein Soundsystem abgespielt. So wurde das »1805 – A Town’s Tale« von Otto M. Schwarz für das Publikum zu einem ganz besonderen Erlebnis, denn nicht nur die Musik bestach, auch der Film war aufgrund der Thematik hochemotional. 
Mit den «Arabischen Tänzen« von Brian Balmages verabschiedete schließlich die Stadtmusik nach rund zwei Stunden das begeisterte Publikum.

von Matthias Güntert

Südkurier vom 07.01.2018

Stadtmusik Stockach: Ein Ständchen für das Ehrenmitglied

Die Stadtkapelle spielte ihrem Ehrenmitglied Egon Weber zum 80. Geburtstag ein Ständchen. Er war 31 Jahre aktiver Musiker.

Egon Weber, seit 32 Jahren Ehrenmitglied des Musikvereins Stockach, feierte kürzlich seinen 80. Geburtstag, zu dem ihm die Stadtmusik unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Helmut Hubov einen musikalischen Gruß überbrachte. Trotz widriger Wetterumstände hatten sich viele Musikerinnen und Musiker eingefunden, um ihrem Ehrenmitglied ein Ständchen zu spielen. Egon Weber, dessen ursprüngliches Instrument die Klarinette war, war 45 Jahre lang musikalisch aktiv – 31 Jahre davon als aktiver Musiker in der Stadtmusik, wo er zum Abschied Ehrenmitglied im Musikverein Stockach wurde. Danach war Weber novh 14 Jahre als Dirigent tätig. Von 1986 bis 1993 dirigierte er den Musikverein in Zizenhausen und von 1993 bis 2000 den Musikverein Stahringen.

Auch an seinem Geburtstag übergab ihm Helmut Hubov den Dirigentenstab, um den Marsch "Military Escort" zu dirigieren. Darüber staunten viele junge Musikerinnen und Musiker nicht schlecht, da sie offensichtlich von Webers Dirigentenkarriere nichts wussten. Seine musikalischen Anfänge hatte der Geehrte in Ludwigshafen, wo er das Klarinettenspiel erlernte. "Allerdings war während meiner aktiven Zeit das Saxophon mein Hauptinstrument", betont Weber, der noch einige aktive Jahre unter dem bekannten Stockacher Dirigenten Edwin Gommeringer spielte.

Natürlich ist er heute noch eng mit der Stadtmusik verbunden. "Ich verpasse kein Konzert von Euch und bin immer hellauf begeistert, wie großartig ihr spielt", erzählte er den Gästen. Dass seine musikalischen Gene auch auf seine Enkel übergesprungen sind, zeigt die Tatsache, dass der eine Saxophon und der andere Keyboard und Schlagzeug im Musikverein in Zimmern spielt. Nicht zuletzt hat das Geburtstagskind im Laufe seines Lebens sämtliche Ehrungen des Bundes Deutscher Blasmusikverbände sowie des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee erhalten.

von Reinhold Buhl

Zeitungsartikel 2017
Artikel des Jahres 2017 sind hier zu finden.
Presse2017.pdf
Adobe Acrobat Dokument 307.7 KB
Zeitungsartikel 2016
Artikel des Jahres 2016 sind hier zu finden.
Presse 2016.pdf
Adobe Acrobat Dokument 612.6 KB
Zeitungsartikel 2015
Artikel des Jahres 2015 sind hier zu finden.
Presse 2015.pdf
Adobe Acrobat Dokument 366.4 KB
Zeitungsartikel 2014
Artikel des Jahres 2014 sind hier zu finden.
Presse 2014.pdf
Adobe Acrobat Dokument 151.8 KB
Zeitungsartikel 2013
Artikel des Jahres 2013 sind hier zu finden.
Presse 2013.pdf
Adobe Acrobat Dokument 355.8 KB
Zeitungsartikel 2012
Artikel des Jahres 2012 finden Sie hier.
Presse 2012.pdf
Adobe Acrobat Dokument 318.8 KB
Zeitungsartikel 2011
Artikel des Jahres 2011 finden Sie hier.
Presse 2011.pdf
Adobe Acrobat Dokument 86.7 KB
Zeitungsartikel 2010 - 2006
Artikel der Jahre 2010 - 2006 sind hier zu finden.
Presse 2010-2006.pdf
Adobe Acrobat Dokument 255.6 KB
Zeitungsartikel 2005 - 2001
Artikel der Jahre 2005 - 2001 finden Sie hier.
Presse 2005-2001.pdf
Adobe Acrobat Dokument 218.0 KB