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SÜDKURIER vom 19.12.2011
Große Kunst der Stadtmusik
Jubiläumskonzert reißt Zuhörer mit; Brilliante Leistung von Orchester und Solisten
Ihr Jubiläumsjahr beschloss die Stadtmusik Stockach mit einem mitreißenden Konzert in der voll besetzten Jahnhalle. Dabei brillierten die Musikerinnen und Musiker um ihren künstlerischen Leiter, Musikdirektor Helmut Hubov, durch die Bandbreite ihres Könnens, das sämtliche Facetten der Blasmusik beherrscht.
Das I-Tüpfelchen auf dem Jubiläumsjahr sei das Konzert gewesen, stellte Musikvereinsvorsitzender Michael Grüninger am Ende begeistert fest und auch Bürgermeister Rainer Stolz sprach von dem bisher schönsten Konzert, das er gehört habe. „Das Festkonzert der Stadtmusik steht dem Neujahrskonzert in nichts nach“, betonte Stolz. Im Gegenteil gehe seine Wirkung noch viel tiefer, da es sich ja nicht um ein „gekauftes Orchester“ handle, sondern um „unsere Musikerinnen und Musiker“, die auf der Bühne konzertierten.
An dem großartigen Eindruck, den der Konzertabend bei den Besuchern hinterließ, hatte Helmut Hubov durch seine Programmauswahl und sein Dirigat einen großen Anteil. Und dann waren da natürlich die beiden Solisten, Migena Gjata und Marcos Padotzke, die mit ihren strahlenden Stimmen die Zuhörer verzückten. Die Koloratursopranistin Gjata hatte spätestens bei der berühmten Arie „Mein Herr Marquis“ aus der „Fledermaus“ die Herzen erobert. Und Marcos Padotzke, in Stockach aufgewachsen, hatte ohnehin Heimvorteil, wie die zustimmenden Pfiffe, Rufe und der Beifall vor seinem ersten Auftritt mit „Wie kann ich sie lieben“ aus „Die Schöne und das Biest“ bewies.
Höhepunkte ihres gemeinsamen Konzertierens waren das gelebte Duett „Reich mir die Hand mein Leben“, in italienischer Sprache gesungen, aus Mozarts Oper „Don Giovanni“ sowie das „Panis Angelicus“ (Das Engelsbrot wird zum Brot der Menschen) in der von César Franck komponierten Fassung. Zeichneten sich die Stadtmusiker vor allem bei diesem ergreifenden Programmabschluss durch samtweiche Begleitung aus – nicht zu vergessen, wie souverän ihnen dies bei dem durchaus heiklen Arrangement zu dem emotionalen Duett „Bess you is my Women now“ aus Gershwins „Porgy and Bess“ gelang.
Doch die Sternstunden für das Blasorchester lagen sicher bei der Aufführung der sechsteiligen Suite von Johann de Meijs „Romeo und Juliet“, in der er Themen aus dem gleichnamigen Ballett von Sergej Prokofjew verarbeitet hat, eines Arrangements bekannter Melodien aus Leonard Bernsteins „West Side Story“, welches in den temperamentvollen Mambo aus der Tanznacht mündete, sowie dem von Johann de Meij arrangierten „Highlights from Chess“, einem von Ulvaeus und Andersson 1984 komponierten Musical. Spannend, wie das Thema zwischen den Registern übergeben wurde und immer wieder einzelne Musiker solistisch hervortraten.
Die Interpreten des vielfältigen zweistündigen Programms wurden am Ende stürmisch beklatscht und traditionell wurden weihnachtliche Weisen als Zugabe gegeben.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 23.11.2011
Anerkennung für Musiker
Stadtmusik feiert 300-jähriges Bestehen; Viel Anerkennung für Leistung der Musiker
Stockach – Diese Geburtstagsfeier genossen die Mitglieder der Stadtmusik Stockach mit ihren geladenen Gästen beim Jubiläumsabend im Bürgerhaus Adler Post. Nach einer arbeitsreichen Zeit, die im Mai 2010 mit der Teilnahme am Wettbewerb in Metzingen begonnen hatte, konnten sich die Musiker an diesem Abend entspannt zurücklehnen. Das „Deko-Team“ um Iris Hermann-Futterknecht hatte die Tische in blau und silbern festlich gedeckt und eine reich ausgestattete Buffet – Tafel ließ kaum kulinarische Wünsche offen.
Eine Stunde des Festakts war jedoch der Erinnerung an die bewegten 300 Jahre Stadtmusik-Geschichte gewidmet. Der Vorsitzende Michael Grüninger berichtete von Streit und Versöhnung, Erfolgen und Rückschlägen in der musikalischen Entwicklung, die letztlich in einen starken Verein mit einem Spitzenorchester mündeten. Zwei Namen seien für die vergangenen 25 Jahre prägend gewesen, konstatierte Grüninger: Helmut Hubov und Hugo Lehman. Der eine zeichne als Stadtmusikdirektor und Leiter der Musikschule Stockach für den Anstieg der musikalischen Qualität verantwortlich, der andere habe das finanzielle Standbein des Vereins gesichert.
Als Beispiel für die Bedeutung der Sponsoren und Spender stellte Grüninger gemeinsam mit dem zweiten Vorsitzenden Bernhard Muffler die jüngst erworbene, gebrauchte Bassklarinette vor, deren Anschaffung nur durch die Spendenbeiträge möglich gewesen sei.
Bürgermeister Rainer Stolz zeigte sich von den Menschen beeindruckt, die während der langen Geschichte des Vereins „sich verantwortlich fühlten und denen es wichtig war, dass dieser Musikverein lebt“. Heute zeige sich die Stadtmusik auf einem „Leistungs-Hochplateau“. Dafür gebe es viele Verantwortliche – unter ihnen Helmut Hubov, „der Musik lebt und seine Qualität mit Vehemenz einbringt“. Außerdem die Musiker, für die Stolz Verständnis zeigte, wenn ihnen die von Hubov eingeforderte Konsequenz auch mal auf die Nerven gehe. „Der Musikverein lebt davon, dass jeder einen unglaublichen Beitrag leistet. Sie sind ein Geschenk und gereichen der Stadt zur Ehre“, dankte Stolz den Vereinsmitgliedern.
Der Präsident des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee, Ulrich Kiecza, überbrachte die Glückwünsche des Präsidiums und betonte dessen Unterstützung der Vereine. „Genießen Sie Ihr Jubiläumsjahr in dem Bewusstsein, in einer Gemeinschaft zu leben, auf die Sie stolz sein können“, riet er den Zuhörern. Nach einer musikalischen Einlage durch Helmut Hubov und Jochen Fischer stellten Grüninger und Jürgen Schramm die neue Chronik des Vereins vor. Schramm war maßgeblich an deren Erstellung beteiligt.
Cornelia Giebler
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Singener Wochenblatt vom 26.10.2011
Laute führen zur Stille
Erhebende Euphorie durch Hubov und Hubov
Stockach (sw). Jeder sah seinen eigenen Film. Welchen Inhalts? Erinnerungen. Zukunftsgedanken. Wunschträume. Wer weiß. Denn der Film lief im Verborgenen,im Geheimen, vor dem inneren Auge ab. »Musik von seltener Intensität« hatte Stadtpfarrer Michael Lienhard in der katholischen St. Oswaldkirche in Stockach angekündigt. Und es war wirklich intensive Musik, die starke Gefühle auslöste - präsentiert vom sinfonischen Blasorchester unter der Stabführung von Helmut Hubov im 300. Jubiläumsjahr der Stadtmusik und Solist Dieter Hubov an der Orgel. Intensität. Wirklich. Hinausgeschleuderte Töne, entfesselte Klangvolumina, losgelassene Euphoriechöre. Hochgeschossen an die hohe Kirchendecke, zurückgeworfen in den Innenraum. Orgel-Blasmusik-Salven, die vibrierend die Luft zum Klingen brachten. Viele Reize, ohne Reizüberflutung. Zu sehen gab es nichts - die Interpreten konzertierten auf der Empore im Rücken der Zuschauer. So konnten sich die Besucher ganz dem Hörerlebnis hingeben. Die Töne einsaugen,die auf rasante Wanderschaft gingen. Die Gedanken vom Zügel lassen und im Takt der Musik kreisen lassen. Einen ganz persönlichen Film zur aufbrausenden Musik drehen. Sich den eigenen Standort suchen im explosiven Spannungsfeld zwischen Blasorchester und Orgel, zwischen Laut und Leise, zwischen Triumph und Nachdenklichkeit. Denn die Dynamik des Konzerts lag im Widerspiel von Orgel und Orchester, im gegenseitigen Kräftemessen, im einander Beflügeln. Mächtig, kraftvoll, klanggewaltig. Jeden Weltschmerz, jede Traurigkeit, jede Melancholie, die noch sanft bei »Variationen für die Orgel über ein Thema von Beethoven opus45« von Gustav Merkel angeklungen war, hinwegfegend. Die Macht der Freude, jenem allgegenwärtigen »Götterfunken «, wurde beim »Canzona per organo e orchestra a fiato« von Kees Schoonenbeck in die Kirche hineingeschleudert. Fand ihren Höhepunkt im »Concertina für Orgel - Solo und Blasorchester « von Thomas Trachsel. Eine deutsche Erstaufführung. Feingliedrig und dreigliedrig mit »Toccata«, »Romanze« und dem Finale »Baroque«. Ein brausendes Finale mit wogenden Rhythmuswellen, die gewaltig hochschlagend zum Ohr der Zuhörer schwammen.
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SÜDKURIER vom 26.10.2011
Gewaltig schönes Konzert
Stockach – Es war ein gewaltig schönes Konzert, welches den Zuhörern vom Sinfonischen Blasorchester mit dem Organisten Dieter Hubov in der St. Oswaldkirche geboten wurde.
Dirigent Helmut Hubov spielte alle Facetten seines Klangkörpers, der mit zarten, einschmeichelnden Klängen leicht die Seele berührte und mit mächtigen, dramatischen Kadenzen tief das Innerste aufwühlte und selbst die Kirchenbänke zum Vibrieren brachte.
Mit zumeist geschlossenen Augen lauschten die Besucher diesem gemeinsamen Musizieren von Blasorchester und Orgel, die in ausgewogener Balance die Akustik des Kirchenraumes auskosteten und dem verhallenden Klang Zeit einräumten.
Eine ergreifende, sehr feierliche Eröffnung des Konzertprogramms gelang mit dem „Feierlichen Einzug für Bläserchor, Pauken und Orgel“ von Richard Strauß, der die Konzertbesucher auf das Beste einstimmte. Dass er die Kubak-Orgel meisterlich zu bespielen weiß, bewies Dieter Hubov mit der Aufführung der „Variationen für die Orgel über ein Thema von Beethoven“ von Gustav Adolf Merkel. Die „Königin der Instrumente“ variierte Beethovens Themen und Harmonik mal mächtig, mal verspielt, in chromatischer Kolorierung und in der Molltonika, schließlich ruhig endend in einem langem Ton.
Sehr behutsam ließ Helmut Hubov Bruckners „Christus factus es“ sich entfalten, dieses anspruchsvolle Graduale, das mit chromatischen und modulatorischen Wendungen dem Passionstext hohe Ausdruckskraft verleiht.
Dann folgte das wohl schönste Werk des Konzerts, das „Canzona per organo e orchestra a fiato“ von Kees Schoonenbeek. Die Spielfreude der Mitwirkenden erfüllte den Kirchenraum zu Beginn mit Jubel, dann mit den einschmeichelnden Tönen in einem wechselnden Mit- und Nacheinander von Orchester und Orgel.
In seiner deutschen Erstaufführung überzeugte das „Concertino für Orgel-Solo und Blasorchester“ des Schweizer Komponisten Thomas Trachsel mit seiner Instrumentierung und gewaltigen Bildsprache. Tiefes Blech und Orgel trieben zu gewaltigen Klangausbrüchen voran, während Klarinetten und singende Musiker mit melancholischem Thema in Moll besänftigten.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 13.09.2011
Musik, die Harmonie stiftet
Stockach – „Nehmt Gottes Melodie in Euch auf“ – diesem Wunsch der Mitwirkenden an die Besucher des Festgottesdienstes in der St. Oswald-Kirche kamen diese mit offenem Herzen nach.
Andächtig und tief berührt lauschten sie den musikalischen Beiträgen ebenso wie der Predigt Pfarrer Michael Lienhards und den Fürbitten, gesprochen von den Mitgliedern der Stadtmusik Stockach und des Eintrachtchores, die mit diesem Gottesdienst gemeinsam ihre Jubiläen (die Stadtmusik wurde in diesem Jahre 300, der Eintrachtchor 175 Jahre alt) feierten. Abwechslungsreich der musikalische Rahmen, den der Eintrachtchor unter Leitung von Ulrike Köberle mit ausgesuchten Chorstücken und die Stadtmusik unter der Leitung von Helmut Hubov mit beherrschter Klangfülle zogen. Ein Quartett begleitete die Kommunion sowie den Auszug.
„Gottes Melodie ist die der Barmherzigkeit, des Friedens und der Treue“ erklärte Pfarrer Michael Lienhard in seiner Predigt und spannte hierbei einen Bogen zu dem schicksalsschweren Datum des 11. September. Michaela Schramm von der Stadtmusik und Edith Greiner vom Eintrachtchor beschworen in ihren Fürbitten die harmonie- und freudestiftende sowie tröstende Wirkung von Musik: „Musik kann Menschen verbinden, schenke der Menschheit dieses Band des Friedens und der Versöhnung.“
„Beim Musizieren im Gottesdienst loben wir Gott“, machte Pfarrer Michael Lienhard auf die Bedeutung von Musik im Gottesdienst aufmerksam und dankte am Ende den Mitgliedern der Stadtmusik Stockach und des Eintrachtchores herzlich für ihre Mitwirkung.
Bei strahlendem Sonnenschein konnte im Anschluss vor der Kirche die gemeinsame Jubiläumsfeier mit einer Matinee fortgesetzt werden. Beide Klangkörper gaben im Wechsel Kostproben aus ihrem Repertoire. Gerne nahmen Gottesdienstbesucher und Passanten die Gelegenheit zu diesem ungewöhnlichen „Frühschoppenkonzert“ wahr. Auf Bänken, Treppenstufen und im Stehen genossen sie Sonne, Gespräche und musikalische Unterhaltung. Ebenso auch Sekt und Saft, Zopf und Brezeln, welches Mitglieder und Freunde der beiden Vereine anboten.
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SÜDKURIER vom 01.08.2011
Zuhörer genießen Konzert
Stockach – Zu ihrem 300. Geburtstag hat die Stadtmusik Stockach mit einem Freiluftkonzert auf dem Gustav-Hammer-Platz einen musikalischen Trumpf aus dem Ärmel gezaubert: Großartige Musik, eine schöne Atmosphäre und ein Wetter, das den Stockacher Sommerabend möglich machte.
Die Bewirtung hatte der VfR Stockach übernommen. Viele Stockacher kamen und bevölkerten den Gustav-Hammer-Platz.
Das Konzert der Stadtmusik sollte ein Dankeschön an das Publikum sein. „Ein Abend für Sie, für Ihre Treue, Ihre finanziellen und ideellen Geschenke“, sagte der Vorsitzende des Musikvereins Michael Grüninger zur Begrüßung. Werner Gaiser, der durch das Programm führte, forderte nicht zu viel, als er mit den Worten „Möge die Macht der Musik den Platz erfüllen“ die Bühne für die rund 60 Musikerinnen und Musiker des Orchesters unter der Leitung von Dirigent Helmut Hubov freimachte.
Eine bunte Musikauswahl von 16 Stücken hatte das Orchester gewählt. Schnell hüllte die Klangvielfalt den im Abendrot erstrahlenden Gustav-Hammer-Platz in wohlige Konzertatmosphäre unter freiem Himmel. Das Publikum lauschte mit aufmerksamer Spannung. Das Programm hielt klassisch elegante Kompositionen ebenso parat wie moderne Klänge, ironisch angehauchte Stücke und Melodien mit großen Gefühlen. Die großartige Komposition „Music“ beendete das Konzert der Stadtmusik, als die Dunkelheit längst hereingebrochen war.
Die Zuhörer verabschiedeten die Stadtmusik mit viel Applaus. Viele blieben auf den Bänken sitzen oder an den Tischen stehen, hörten sich den Auftritt der „Mississippi Steamboat Chickens“ an, nahmen die Bewirtung des VfR in Anspruch und ließen den Abend bei angenehmen Gesprächen ausklingen.
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Singener Wochenblatt vom 11.05.2011
Wie frische Frühlingsluft
Frühjahrskonzert mit Welturaufführung
Stockach (stu). Unter dem Motto »300 Jahre und die Luft ist noch lange nicht raus«, präsentiert sich die Stadtmusik in ihrem Jubeljahr der Öffentlichkeit. Beim Frühjahrskonzert in der Jahnhalle überzeugte das Orchester unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Helmut Hubov sein Publikum davon, dass diese Worte keine heiße Luft sind. Zusammen mit der Stadtkapelle Kirchheim unter Teck lieferte das Ensemble anspruchsvolle Unterhaltung auf höchstem Niveau. Die Welturaufführung der von Franz Cibulka als Auftragswerk für die Stadtmusik komponierten Rhapsodie Nr. 4 stellte sowohl an die Fähigkeiten der Musiker, als auch an die Konzentration der Zuhörerschaft höchste Anforderungen.
Mit »Lincolnshire Posy« von Percy Aldridge Granger, einer auf englischen Volksliedern basierenden Suite, führte die Stadtkapelle Kirchheim die Gäste in die Heimat ihres Dirigenten, Musikdirektor Harry D. Bath. Die Premiere des Stückes im Jahr 1937 in Brooklyn endete desaströs, denn die Profimusiker kamen mit den ungewöhnlichen Rhythmen und krummen Takten nicht zurecht. Die Musiker aus Kirchheim hatten damit kein Problem und stellten gleich zu Konzertbeginn ihr musikalisches Können unter Beweis. Auch die brillant vorgetragenen fünf Sätzen der emotionsgeladenen »Romanian Dances« aus der Feder von Thomas Doss, mit denen die Musiker in den Balkan lockten, weckten die Begeisterung des Publikums. Als Zugabe spielten die Gäste aus Kirchheim das amerikanische Volkslied »Shenandoah«, das die musikalisch hochwertige Weltreise beendete und nach der Pause präsentierten die Gastgeber der Stockacher Stadtmusik ein exquisites und alles andere als alltägliches Programm.
Die von Helmut Hubov geschriebene Fanfare »Opening I« erwies sich als würdiger Auftakt. Mit der »Rhapsodie Nr. 4« präsentierte das Orchester ein Geschenk, das sich die Stadtmusik mit dem von Franz Cibulka geschriebenen Auftragswerk anlässlich ihres 300sten Geburtstags selbst gemacht hatte. »Die Idee dazu entstand durch ein 2009 in der »Avant Art«-Reihe gespieltes Solistenportrait von Franz Cibulka«, so Moderatorin Nadine Heinzle. Der österreichische Komponist ließ es sich nicht nehmen, der Welturaufführung beizuwohnen und der Stadtmusik vor der Aufführung seine Interpretation des sehr farbigen und den Musikern höchste Spielfertigkeit abverlangenden Stückes nahe zu bringen. Bei einem Auftragswerk sei es schwer, es dem Niveau der Musiker anzupassen, erklärte Franz Cibulka. Die »Rhapsodie Nr. 4« sei »ein Stück für ein hochwertiges Orchester« und für die Stadtmusik Stockach sei er geneigt gewesen »die Spielstufe ein bisschen anzuheben.« Bevor die Stadtmusik die anspruchsvolle Komposition gekonnt umsetzte, überreichte der weltbekannte Komponist dem Vorsitzenden des Musikvereins Michael Grüninger eine gebundene Partitur seines Werkes. Mit Samuel R. Hazos »Arabesque« und »Danzòn No.2« von Arturo Marquez sowie der Zugabe »Uncle Sid« von Jonathan Newman beendeten die Jubilare einen Abend an dem alle Beteiligten auf höchstem Niveau bewiesen, dass bei ihnen die Luft noch lange nicht raus ist.
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SÜDKURIER vom 09.05.2011
Sternstunden sinfonischer Blasmusik
Stockach – Sternstunden sinfonischer Blasmusik durften die Besucher des Frühjahrskonzertes der Stadtmusik Stockach erleben. Das Spektrum der Instrumentierung, der Dynamik und des Rhythmus der vorgetragenen Werke stellte höchste Anforderungen an die beiden Orchester.
Doch die Stadtkapelle Kirchheim unter Teck und die Stadtmusik Stockach sind Höchststufenorchester, ja, sie zählen zu den besten Laienblasorchestern Deutschland, und so bereiteten sie ihren Zuhörern reine Freude und großen Genuss.
„Absolut authentisch“ habe die Stadtmusik seine Komposition, die „Rhapsodie Nr. 4“ vorgetragen und interpretiert, freute sich Franz Cibulka. Er habe gewusst, dass er ein Auftragswerk für ein Top-Orchester komponieren durfte, und so habe er die Möglichkeiten eines sinfonischen Blasorchesters voll ausgeschöpft. Am Donnerstag schon war der österreichische Komponist angereist und hatte die beiden letzten Proben der Stadtmusiker mitverfolgt. Änderungen wären noch möglich gewesen, wenn sich das Werk als zu schwierig erwiesen hätte, doch dies sei nicht nötig gewesen, meinte Cibulka anerkennend. Keine Geschichte erzählt Cibulka in seinem Werk, der Titel gibt dem Zuhörer keine Hilfestellung bei der Interpretation: „Lassen Sie die Musik vor Ihrem inneren Auge sich entfalten“, empfahl er den Zuhörern vor der Welturaufführung. Diese wurden mitgerissen von dieser Hommage an die Blasmusik, von den hohen Tempi und der elektrisierenden Rhythmik, der dramatischen Spannung zwischen den Registern und dem freudigen Erleben, wenn das gesamte, 80-köpfige Orchester aufblühte zu gewaltiger Klangfülle.
Stilvoll hatte die Stadtmusik Stockach unter Leitung von Musikdirektor Helmut Hubov mit einer Fanfare ihren Programmteil des Doppelkonzerts eröffnet. Vor 16 Jahren hatte Hubov das „Opening I“ für seine Stadtmusik komponiert. Mit der „Arabesque“ von Samuel R. Hazo entführten nach der „Rhapsodie Nr. 4“ die Stadtmusiker die Besucher in den Orient und mit „Danzón No.2“ von Arturo Marquez, nach Mexiko. Einen Blumenstrauß aus der Grafschaft Lincolnshire überreichte die Stadtkapelle Kirchheim unter Teck unter Leitung von Musikdirektor Harry D. Bath den Zuhörern zu Beginn des Doppelkonzertes. Der Australier Percy Grainger komponierte im Jahre 1937 diese Suite für Blasorchester basierend auf englischen Volksliedern, wobei er die bekannten Melodien so adaptierte, dass auch die Persönlichkeit der einzelnen Folksänger zu Tage tritt. Auch der zeitgenössische Komponist Thomas Doss hat sich in seinem Werk „Romanian Dances“ von Volksliedern inspirieren lassen. Über 1000 rumänische Volksweisen sollen in das fünfsätzige Werk eingeflossen sein. Die Besucher in der gut besuchten Jahnhalle dankten am Ende beiden Orchestern mit ihrem Beifall für diesen atemberaubenden Konzertabend.
Cornelia Giebler
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Presse 2006 - 2010 |
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Presse 2001 - 2005 |
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